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Arbeit Wirtschaft Energie

paehle 300x300Der SPD-Parteivorstand hat sich bei seiner heutigen Sitzung in Berlin auf Vorschlag der Jusos dafür ausgesprochen, dass die künftige Mindestausbildungsvergütung nicht unter 660 Euro im ersten Ausbildungsjahr liegen soll. Das entspricht 80 Prozent der durchschnittlichen tariflichen Ausbildungsvergütung – und der Forderung der DGB-Jugend. Dazu erklärt Katja Pähle, Mitglied des SPD-Parteivorstands und Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt:

„Ich finde es völlig richtig, dass wir uns als SPD in dieser Frage hinter die Jusos und die Gewerkschaftsjugend stellen. Eine Mindestausbildungsvergütung ist kein Almosen, und sie ist wegen der Einbindung der Auszubildenden in die betrieblichen Arbeits- und Produktionsprozesse auch nicht mit dem BAFöG vergleichbar.

Genauso wie der Mindestlohn muss auch die Mindestausbildungsvergütung die Ausnahme sein. Die entscheidende Messlatte sind die tariflich vereinbarten Vergütungen. Aber: Weil es in Sachsen-Anhalt so wie überall im Osten viele Branchen mit geringer Tarifbindung gibt, ist die Mindestausbildungsvergütung hier noch wichtiger als andernorts. Auch das ist genauso wie beim Mindestlohn.

Ich werde auch gegenüber unserer Wirtschaft klarmachen, dass die Mindestvergütung kein Teufelszeug ist. Kammer und Unternehmensverbände fordern zu Recht, dass die duale Berufsausbildung attraktiver gemacht werden soll und für junge Menschen eine echte Alternative zum Hochschulstudium darstellen soll. Dann müssen aber auch die ausbildenden Betriebe liefern. Wer Azubis mit Dumpingvergütungen abspeisen will, kann nicht darauf hoffen, die Fachkräfte von morgen an sich zu bieten. Ordentliche Vergütungen sind deshalb auch ein Gebot wirtschaftlicher Vernunft.“

Hintergrund:

Im Koalitionsvertrag des Bundes haben sich CDU, CSU und SPD auf die Einführung einer Mindestausbildungsvergütung verständigt. Die von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) vorgeschlagenen 504 Euro sind aus Sicht der SPD völlig unzureichend.